Graun im Vinschgau am Reschensee

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Graun im Vinschgau & der versunkene Kirchturm

Die Geschichte von Graun im Vinschgau

Gut 2400 Einwohner leben aktuell in der mit 210 km² Fläche drittgrößten Gemeinde Südtirols. Neben dem Hauptort Graun (Curon Venosta) zählen auch die Fraktionen Reschen, Rojen, Langtaufers, der Reschenpass sowie St. Valentin auf der Haide zum Gemeindegebiet. Der Vinschgau im heutigen Länderdreieck Italien/Österreich/Schweiz wurde flächendeckend erst im 10. bis 12. Jahrhundert vorrangig von romanischen Bauern besiedelt. Regional blieb das Rätoromanische bis ins 17. Jahrhundert, mancherorts sogar bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, die dominierende Umgangs-, Gerichts- und Geschäftssprache. Lokal erinnert der aus dem 1950 angelegten Stausee herausragende Turm der alten Pfarrkirche St. Katharina an eine bittere Vergangenheit. Die seinerzeit ohne jegliche Entschädigungen oktroyierte Flutung und Zwangsumsiedlung von Alt-Graun konnte nur gegen massive Proteste der Bevölkerung umgesetzt werden. Das heutige Dorf wurde in den folgenden Jahren weiter östlich komplett neu errichtet.

Graun im Vinschgau

Reschensee bei Graun im Vinschgau

Sport in der Region um Graun im Vinschgau

Mit dem See haben die meisten Einwohner von Graun Reschen inzwischen jedoch Frieden geschlossen, ist das knapp 7 km² große Gewässer doch im Laufe der Zeit zu einem überregional bekannten und ganzjährig genutzten Sportgebiet und damit touristischen Publikumsmagnet geworden. Seit 2008 werden hier im Winter etwa die Internationalen Deutschen Snowkitemeisterschaften mit Teilnehmern aus Österreich und der Schweiz sowie Italien, Skandinavien und Osteuropa veranstaltet, vom westlichen Seeufer verkehrt außerdem eine Sechser-Gondel zum Skigebiet Schöneben. Weitere Skigebiete in unmittelbarer Nähe von Graun sind die Haideralm und Nauders im Skiverbund Skiparadies Reschenpass. Im Sommer zieht der gut 15 Kilometer lange Rundwanderweg um den See sportliche Gäste an, auch Angler schätzen das Gewässer für seine zahlreichen Barsche, Renken, Hechte und Forellen. Ein Höhepunkt im sommerlichen Sportkalender ist der alljährliche Reschenseelauf, mit bis zu 3000 Läufern eines der größten Laufereignisse in Südtirol.

Was gibt es in der Region um Graun im Vinschgau zu entdecken?

Zu den nächstgelegenen Sehenswürdigkeiten in und bei Graun Reschen zählen die diversen kulturhistorisch wertvollen Kapellen und Kirchen in St. Valentin, Oberdorf und Fischerhäuser, auf dem Schlossberg im Gebiet innere Talai befinden sich die Ruinen der höchstgelegenen Burgstelle in den Alpen. Die Wandmalereien der Meraner Schule in der gotischen Kirche in Rojen aus dem 14. Jahrhundert sind kunstgeschichtlich bedeutsam. Am 1455 Meter hohen Reschenpass, wo bereits die römische Fernstraße Via Claudia Augusta verlief und der heute die Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich markiert, findet man zahlreiche Befestigungsanlagen des Grenzsperrgürtels „Vallo Alpino“ aus dem Ersten Weltkrieg.

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Graun im Vinschgau am Reschen ist bekannt für seinen romanischen Kirchturm, der aus dem Reschensee herausragt und jeden, der vorbeifährt, neugierig auf seine Geschichte macht. Denn der aus dem fernen Jahr 1355 stammende Glockenturm zeugt davon, dass hier einst ein Dorf gewesen sein muss.

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